Dienstag, 9. August 2011

Künstlerische Arbeiten Sebastian Siechold


Blank, 2007, Ein-Euro-Münze abgeschliffen und poliert, Durchmesser: 23,25mm 
“Polished Image”, One-Euro-Coin, polished, diameter: 23,25mm 

Der Umgang mit Geld (Bargeld) kann, wie der Umgang mit den meisten Dingen, in einer Weise vor das eigentliche Wesen treten, dass man nicht mehr im Stande ist, dieses zu erkennen. Obwohl jeder weiß, dass den Geldobjekten keine besonderen Kräfte innewohnen, sondern ihnen nur eine Vermittlerrolle zukommt, sie als Träger oder Medium für bestimmte Vereinbarungen zwischen den Menschen dienen, verhalten sich alle so, als wären die Geldobjekte selbst das, wofür sie stehen.
Der polierte Euro macht den Blick für den Träger der Information frei und zeigt gleichsam Austauschbarkeit und Einzigartigkeit des kleinen spiegelnden Objektes. Die vorangehende Handlung des Abschleifens und Polierens ist Reinigung und Ent-knüpfung von den Bedeutungszusammenhängen.
„Blank“ ist Seiltanz zwischen Wertverlust und Wertgewinn, Aufladung und Entladung. 


Everybody can use money, but nobody is able to understand, what money really is. Although we know that money is only representing the conventions between people, we behave like the sign is what it signifies.   
The polished Euro shows the pure material that was hidden under the value before and clarifies the inseparability of medium and information. This little mirror is simultaneously completely replaceable and unique. The action of polishing separates it from the common meaning and opens the view for new possibilities.  

       Detail



    Blank, Documenta XII, 2007 dropsculpture, Beweisfoto, Ausstellungsplan  
“Polished Image” Documenta XII, dropsculpture, evidence photo, Exhibitionmap
 


 Aus zwei mach drei, 2008, zwei Fünf-Euro-Scheine geschnitten, zusammengesetzt
How to make three out of two, two Five-Euro-Notes cut, combined


 Erstattungsantrag
application for refund
Das Bargeld (der Euro) in Wert und Träger dieses Wertes (Material) geht mit Besitz desselben in das Eigentum des Besitzers über. Es gilt § 903 des Bürgerlichen Gesetzbuches (Die Zeit: Geldvernichtung. Ausgabe Nr. 40 vom 25. September 2003), wonach jeder mit seinem Eigentum nach Belieben verfahren darf. Kurz: Es ist nicht strafbar, Geld zu zerstören.
   Die Arbeit beruft sich auf die 51%-Regel der Zentralbanken, wonach ein bisschen mehr als die Hälfte eines (zerstörten) Geldscheins ausreicht, um einen neuen Schein zu bekommen. Die ursprünglichen zwei Scheine wurden so geschnitten, dass jeweils die fehlenden Teile zusammen einen neuen, dritten Schein ergeben (der aus mehr als 51% besteht). Der erste Schein ist eindeutig mehr als die Hälfte vorhanden. Der zweite Schein ist auch mehr als die Hälfte vorhanden und eindeutig, durch die Seriennummern auf der Rückseite zu identifizieren. Der neue dritte Schein besteht aus einem Mittelstück, welches durch keine Seriennummer oder sonstige Kennzeichnung eindeutig zuweisbar wäre, und dem Endstück des ersten Scheins. Mit dem geläufigen Wissen über die 51%-Regel, ein Trick, wie man aus zwei Scheinen drei machen kann. 




There is a special law about the Euro-banknotes that allows you to exchange destroyed banknotes. If you have at least 51 % of the banknote, you get a complete new one back. This work sows the possibility to make three banknotes out of two, the last note consists of the two missing parts of the two other notes.

Zehn-Euro-Postkarte, 2008, beschriftet, mit Briefmarke versehen
Ten-Euro-Postcard, marked with legislative text, Stamp


Auf dem Bild ist ein Zehn-Euro-Schein zu sehen, der mit dem § 903 des Bürgerlichen Gesetzbuches beschriftet wurde, um als Postkarte verschickt zu werden. Wie erwähnt, besagt dieser Paragraph, dass der Eigentümer einer Sache mit dieser nach Belieben verfahren darf. Ich wollte, dass mein Schein als Postkarte angesehen wird. Nach ca. 30 Minuten streitähnlicher Verhandlungsversuche mit den zuständigen Postbeamten, die ich bat, meine Postkarte zu verschicken und deren beharrliche Weigerung, dem Folge zu leisten, blieb mir nichts anderes übrig, als den Schein selbst in den Postkasten zu werfen.
   Der zweite Teil der Arbeit besteht aus einer Dokumentation der mir zugesandten Schriftstücke, aus denen ersichtlich wird, wie die Post manipulativ eingegriffen hat, damit die Dinge ihren gewohnten Lauf nehmen können.     
   Zwei Wochen nach dem Absenden wurde mir ein Schreiben zugesandt, in dem meine Postkarte als ein Geldschein beschrieben wird, der aus einem Brief gefallen sein soll. Wie man auf der Kopie der Post gut erkennen kann, bestand die Manipulation im Entfernen der Briefmarke, die sich ursprünglich auf der Postkarte befand. Merkwürdig ist, dass mir die Kopie des Verschleierungsversuchs zugeschickt wird, die auf Grund der Spuren, welche durch das Entfernen der Briefmarke entstanden sind, eindeutig den zu verbergenden Eingriff zeigen. Weiterhin geht aus dem Schreiben der Post hervor, dass in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Versand von Bargeld ausgeschlossen ist, da mir der Zehn-Euro-Schein jedoch eindeutig zuweisbar sei, erhalte ich im Ausgleich einen Scheck in Höhe des verlorenen Geldbetrags.


On the picture you can see a ten-Euro-postcard marked with a special legislative text, that tells you: the owner of Euro-banknotes(coins) can do whatever he/she likes with it, if no third party is damaged. It is even allowed to destroy money.    

I wanted my ten-Euro-banknote to be seen as a postcard. After 30 min. conversation with the post office, they still refused to send it as a postcard, so I had to put it by myself into the postbox.   

Two weeks later I got a letter back from the office, where they pretend that my postcard was fallen out of an envelope and that it is forbidden to send cash, but as compensation they will send me a crossed cheque. The most interesting thing is that they sent me copies of my original postcard, where you can see, how they faked the situation. On page 10 you see that they removed the stamp, so it is possible for them to act as if my note was fallen out of an envelope.       








 Schreiben der Post 1
Written reply of the post office


 Schreiben der Post 2, Kopie, Vorderseite
copy of the post office, front side with trace of removed stamp

Schreiben der Post 3, Kopie, Rückseite
reverse side 


Schreiben der Post 4



Schreiben der Post 5




Schreiben der Post 6, Verrechnungscheck    
crossed cheque of the post office









foramen infraorbitale („Unteraugenloch“) 2008, zwei Holzrahmen, Foto, Diamant, 29 x 21 cm
foramen infraorbitale, („Unteraugenloch“) two wooden frames, photo, diamante, 29 x 21 cm









DEJA VU, 2009, Dujardin, Eckes Edelkirsch, Jim Beam, Amaretto di Alfino, Verporten, Underberg
jeweils doppelt, H-Milch, Pinnwand, Kassenzettel, Text  
DEJA VU, Dujardin, Eckes Edelkirsch, Jim Beam, Amaretto di Alfino, Verporten, Underberg
 twice, milk, pinboard, receipt, text 



 Kassenzettel DEJA VU, Detail
receipt DEJA VU

 

 Kassenzettel DEJA VU, Kassenzettel Milch
receipt DEJA VU and milk

      

Zeit 13:52
- Ich stelle die Alkoholika langsam auf das Rollband und bezahle meinen Einkauf
- Ich übergebe meinen Einkauf und gehe mit einem leeren Einkaufswagen erneut in den Supermarkt
- Ich tue die gleichen Produkte wieder in den Einkaufswagen, plus eine Milch und gehe zur Kasse
13:57
- „Entschuldigung ich habe die Milch vergessen. Ich hab ja hier den Kassenzettel“
- Ich bezahle die Milch



time 13:52
- I place the six alcohol bottles slowly in front of the cashier and pay my purchase
- I go out of the supermarket and pass the bottles to a friend and go again into the supermarket with an empty trolley
- I put the same alcohol bottles into the trolley plus a milk and go to the same cashier  
13:57
- „Sorry I forgot the milk. Here is the receipt “
- I just pay the milk

  







Zeitungsartikel Schreddergeld, 2009, Druck auf unbedrucktes Zeitungspapier, Originalgröße
newspaper articles-destroyed money, print on unprinted newsprint, original size


Zeitungsartikel Schreddergeld 2, Druck auf unbedrucktes Zeitungspapier, Originalgröße

Zeitungsartikel Schreddergeld 3, Druck auf unbedrucktes Zeitungspapier, Originalgröße




Plastiktüte, ca. 50000 Euro in gescheredderten Banknoten, 40 x 30 x 10 cm
plastic bag, ca. 50000 Euro in destroyed banknotes, 40 x 30 x 10 cm











 





Eurogold, 2009, Filmstills, 6 min
 Eurogold, video, filmstills, ca. 6 min


Eurogold webt einen Teil von Wagners Bearbeitung des Nibelungenstoffs in die Wirklichkeit ein und stellt auf Grund der Analogie des Rheingoldringes und des goldenen Euroringes    (Ein-Euro-Münze) eine Verknüpfung her.  

Eurogold is a video that combines a part of the Ring of the Nibelung from Richard Wagner with the reality. The basis is the analogy between the golden ring of the one-Euro-coin and the one in the Nibelung-myth





 money is money is money, 2010, Prozess





 








 
 gebleichte 1-Yuan-Noten, mehrere Stufen, 13 x 6,3 cm
bleached 1-Yuan notes, several grades, 13 x 6,3 cm

 durch Sicherheitsprogramm verursachter gestreifter Scan auf gebleichte Banknote gedruckt
>Mao behind bars< because of the safety precautions, reprint on bleached note

 wiederbedruckte 1-Yuan-Noten, Originalgröße
reprinted 1-Yuan notes, original size


 Kassenzettel 7-ELEVEN
receipt 7-ELEVEN



 
Taschentuch, 21,2 x 21,8 cm
tissue, 21,2 x 21,8 cm


Schritt 1:
Ich nahm 1 Yuan Noten und versuchte jemanden zu finden, der die Scheine einscannt, was sich komplizierter gestaltete als angenommen. Denn nach einiger Kunst der Überredung und einem professionellen Scanner >saß Mao hinter Gittern<. Die Lösung für einen streifenfreien Scan bot ein etwas versteckter Shop mit einem Gerät ohne Sicherheitsvorkehrungen, 2 Yuan für den Scan einer 1 Yuan Note.
Schritt 2:
Die zuvor eingescannten Geldscheine nahmen so lange ein Bad in konzentrierter Bleiche bis nicht nur >Mao sein Gesicht verlor<, im Anschluss glätten und trocknen.
Schritt 3:
In privat heimlicher Atmosphäre, in Fang Dis Wohnung, bekamen die gebleichten Noten ihre Information zurück, sie wurden wiederbedruckt. >Das Gleiche auf dasselbe<
Schritt 4:
Die beste Note fand ihren Weg in den 7 Eleven, um damit eben für 1 Yuan Taschentücher zu kaufen. Denn, was nützt die gute Konzeptkunst, wenn man ein großes Geschäft machen will und sich hinterher nicht abputzen kann.



Step 1:
I took a 1-Yuan note and tried to find someone who scans currency, which turned out to be more complicated than I expected. After a certain amount of the art of persuasion and the implementation of a professional scanner, >Mao was sitting behind bars<. A smear-free scan was achieved in a somewhat out-of-the-way shop with a machine lacking safety precautions. 2 Yuan for the scan of a 1-Yuan note.
Step 2:
The previously scanned note was soaked in concentrated bleach until not only >Mao lost (his) face<. Afterwards smoothed and dried.
Step 3:
In a private, home-like atmosphere in Fang Di´s apartment, the bleached notes had their information returned to them; they were printed once again. >The same onto the same<.
Step 4:
The best note made its way to a >7 Eleven< supermarket, to buy tissues for 1 Yuan.
After all, what use is good conceptual art if one wants to take a big dump and can´t wipe oneself afterwards.





 

 ATM-machine, 2010, Bambus, Papier, Tapete, Fotokopien, 150 x 50 x 50 cm
ATM-machine, bamboo, paper, wallpaper, photocopies, 150 x 50 x 50 cm 


Im chinesischen Volksglauben herrscht die Überzeugung, dass die Verstorbenen in der Hölle - und nahezu alle landen dort – ihr Leben fortsetzen. Dementsprechend sind die Hinterbliebenen dem traditionellen Verständnis getreu bestrebt, den Aufenthalt der Angehörigen so komfortabel wie möglich zu gestalten. Zu bestimmten Anlässen werden dann aus Papier nachgefertigte Luxusgüter, Geld, Gold und Dinge des täglichen Bedarfs verbrannt, um für die Ahnen ihre Dienlichkeit zu leisten. >Und das gute an der magischen Handlung: in dem Moment, wo sie praktiziert wird, hört sie auf Magie zu sein und wirkt.<
Frau Chen Da Jie, eine alte Dame, deren Familie seit Generationen das Handwerk der Nachfertigung von Gütern in Papier beherrscht, baute mir für 400 Yuan einen Geldautomaten, der, um seine Wirkung zu entfalten, verbrannt wurde.
>Ach das ist ja schön, dass sie ihren Ahnen die Möglichkeit geben, sich finanziell bei ihnen zu bedanken.<         


In China, people are >convinced< that the dead continue their life in Hell – and that just about everyone ends up there. Consequently, relatives work faithfully to make their loved ones’ stay as comfortable as possible. On specific occasions, they take paper replica of luxury goods, money, gold, and everyday items and burn them in order to serve their ancestors.  “The good thing about magic is this: the moment it is practiced, it ceases to be magic and works.”
For 400 Yuan, Mrs. Chen Da Jie – an old lady whose family has mastered the art of making such paper replicas for generations – created an ATM for me that was then burned in order to serve its purpose.
 >Oh, how nice that you are giving your ancestors the chance to thank you financially.<


Quittung/Abholschein ATM-machine
receipt for the ATM-Maschine
 









zeremonielle Verbrennung, Videostills
ritual  burning, videostills








Ein-Pfennig-Umtausch, 2010, Antwortschreiben der Deutschen Bundesbank
One-Pfennig-Exchange, written reply of the German Federal Bank, 2010

 
Verrechnungsscheck
crossed cheque


 
In Deutschland ist der Umtausch der vorherigen Währung (D-Mark) in Euro im Vergleich zu zahlreichen anderen Europäischen Ländern zeitlich unbegrenzt. Bekannt ist der Umtauschkurs 1,95583 : 1. Unter der Fragestellung, wie die zuständigen Behörden mit dem kleinsten Glied der D-Mark-Stückelung umgehen, bat ich die Deutsche Bundesbank, meine 1-Pfennig-Münze in Euro umzutauschen. Obwohl eigentlich unumtauschbar, erhielt ich auf mein Gesuch einen Scheck in Höhe von einem Cent und habe somit den bestmöglichen Umtauschkurs von 1 : 1 bekommen. Schwarz auf weiß macht hier der kleinste Teil den größten Gewinn.   


Unlike in countless other European countries, there is no time limit in Germany for exchanging the old currency (the Germany mark) into euro. The exchange rate is 1.95583:1. In order to determine how the relevant authorities would handle the smallest unit of the German mark, I asked the German Federal Bank to exchange my one-pfennig coin into euro. Although it was essentially an impossible exchange, in response to my request I received a check in the value of one cent, thus receiving the best possible exchange rate of 1:1.



Ein-Pfennig-Umtausch Nr. 3, 2012, Antwortschreiben der Deutschen Bundesbank
One-Pfennig-Exchange no. 3, written reply of the German Federal Bank, 2012




Gabe, 2010, 1000 weiße Papierscheine 147 x 82 mm, Sockel, Projektion
Donation, 1000 white sheets of paper 147 x 82 mm, pedestal, projection

 
Detail


„Damit es die Gabe gibt, ist es nötig, dass der Gabenempfänger nicht zurückgibt, nicht begleicht, nicht tilgt, nicht abträgt, keinen Vertrag schließt und niemals in ein Schuldverhältnis tritt. […]  Letztlich darf der Gabenempfänger die Gabe nicht einmal als Gabe an-erkennen.“ (Derrida: Falschgeld, S. 24)
Nimmt man den Einhundert-Euro-Schein von seiner Position, so wird er weiß und sofort wird der nächste zu >Geld< und so fort bis in alle Ewigkeit, Amen.     

 
If you take a one-hundred-euro-note, you just have white paper in your hand and immediately the next one will become >money< and so on to all eternity, amen.





Meine letzten 45 Cent, 2010, 45 Ein-Cent-Briefmarken eine Postkarte bildend, 20,8 x 11,7 cm  
 My last 45 Cent, 45 one-Cent-stamps creating a postcard, 20,8 x 11,7 cm  

Rückseite
Back side



Kassenzettel
receipt



 
Die Arbeit besteht aus 45 Ein-Cent-Briefmarken, die man am Automaten durch Eingabe im  Feld >Wunschwert< erhalten kann. Sie sind so miteinander verbunden, dass sie sich selbst tragen und in Frankierung und Form die formalen Kriterien einer Postkarte erfüllen. Der Text: „Das waren meine letzten 45 Cent. Gib mir endlich mein Geld zurück.“ bezieht sich auf eine imaginäre Person, die mit ihren letzten Mitteln - eben daraus ergibt sich die Notwendigkeit, aus den Briefmarken selbst die Postkarte herzustellen - öffentlich ihre Klage und Forderung äußert.     


The postcard consists of exactly 45 stamps (the minimum to send a message by post) and nothing else, each stamp has the value of one cent, so the stamps are creating the postcard and frank themselves. On the front side is written: “These are my last 45 cent. Give me my money back.” The text refers to a fictive person, which moans publicly with their last financial resources and because of that the need is originated to create the postcard solely out of stamps.   





 Nische/Schein, 2011, Fünf-Euro-Schein geschnitten, 12 x 6,2 cm
Nische/Schein, 2011, five Euro Note cut, 12 x 6,2 cm







 XXX, 2011, 30 Ein-Cent-Münzen, Stahlkern ohne Kupferbeschichtung
XXX, 2011, 30 one cent coins, steel core without copper plating





 offizielles Schreiben der Deutschen Bundesbank zur Frage: "Wer hat Eigentum am Bargeld?", 2011
written reply of the German Federal Bank "Who is the owner of the cash?", 2011


Your enquiry from 19. October

Dear Mr. Siechold,

Thanks for your enquiry.

According to the general civil regulations everybody can gain the ownership of banknotes.
That means, the banknotes are not the property of the central bank or “government property”, but they belong to the one that they were assigned to.

Basically the owner can deal with his belongings (also banknotes) in the boundaries of the legal order as desired.
From the juridical point of view the owner of a banknote would inherently remain free to harm or destroy the banknote.

Nevertheless we do not compensate vandalized banknotes. The one who damaged the banknote therefore bears the risk, that a by himself vandalized banknote will not be accepted in payment transactions by third parties and therefore the banknote de facto becomes worthless.

Sincere regards,

German Federal Bank

 offizielles Schreiben der Schweizerischen Nationalbank zur Frage: "Wer hat Eigentum am Bargeld?", 2012
written reply of the Swiss National Bank "Who is the owner of the cash?", 2012

It is the same like in the eurozone coutries.



Jasper van Es, counterfeit 2011,   http://www.jaspervanes.nl/?p=575
Kollaboration mit Jasper van Es, der mir seinen „20-Euro-Schein“ zur Verfügung gestellt hat, Foto des Scheins,
Erstattungsantrag, Einschreiben der Bundesbank, Kontoauszug, Kopie mit aufgeklebten 19 Teilen des nicht
umgetauschten 10-Euro-Scheins, 2012

collaboration with Jasper van Es, photo of his note, application for refund, registered letter of the german federal bank, statement, copy with 19 pieces from the unexchangeable 10-euro-note, 2012

Ich habe den Schein vor einiger Zeit von einem befreundeten Künstler bekommen.
Angeblich besteht dieser aus zwei Zehn-Euro-Scheinen. Leider bin ich momentan in finanziellen Schwierigkeiten und somit gezwungen um Erstattung des Geldwertes zu ersuchen, da auch auf dem  Kunstmarkt kein angemessener Preis zu erziehlen ist. Wenn der Schein umtauschbar ist, Bitte lassen Sie mir eine Bestätigung des Verbleibs / der Zerstörung zukommen, damit auch der Kunstwert geklärt ist.

I got this note some time ago from a friend of mine who is an artist. Supposedly this note consists of two ten euro bills. Unfortunately I have financial problems and I am forced to ask for refund of the monetary value because the art market is not willing to pay the appropriate price. If you can exchange the note please send me a confirmation of the whereabouts/ destruction that for me also the art value is clarified.





 
Request from 15.03.2012 on compensation for damaged banknotes in the amount of 20,00 EUR

Dear Mr. Siechold,

for the damaged banknotes you presented us, we compensate one banknote in the amount of 10,00 EUR, because their parts together are taller than half of an entire banknote. We have transferred the amount of refund conventionary.

The further banknote in the amount of 10,00 EUR consists of 19 parts, whose togetherness is not detectable. Each part itself is not taller than half of an entire banknote. In these instances we can only compensate (ECB/2003/4, ABIEG Nr. L 78/16 from 25.03.2003) if the destruction of the remaining parts of the banknote is proven. This evidence is unperformed in the present case. We cannot give a compensation for this banknote. Enclosed we send you the parts of the banknote. 








na logo
Installationsansicht, Laserdruck auf Papier, teilweise ausgeschnittene Elemente, 
Plexiglas, 29,7 x 42cm, 2012 
 laserprint on paper, partially cut out elements, acrylic glass,
29,7 x 42cm, 2012









Was ist Geld?
Schreiben an die 11 größten Schweizer Banken:
und die Schweizerische Nationalbank,
ungeöffnete Antwortschreiben, 2012

What is money?
letter send to the 11 biggest swiss banks: 
 and the National Bank of Switzerland,
unopened written replys, 2012






Was ist, wenn man trotzdem lacht
handgeschöpftes Geldscheinpapier mit Schreibmaschine beschriftet, Plexiglas, 14,8 x 21 cm 2012
money jokes
handmade moneypaper inscribed with typewriter, acrylic glass, 14,8 x 21 cm 2012